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SOLGIDI in Kenia - SOLidarity with GIrls DIstress

SOLGIDI - aus Jahresbericht 2016

Das SOLWODI Schulprojekt

Hintergrund: Mädchen und Schule in Kenia

Mit dem Regierungswechsel in Kenia wurde Anfang 2003 die gebührenfreie Grundschulausbildung eingeführt. Trotzdem bleibt der Schulbesuch für viele Mädchen unerreichbar. Aufgrund der patriarchalischen Gesellschaftsstrukturen Kenias gilt die Notwendigkeit einer Schulausbildung für Mädchen weiterhin häufig als unwichtig und wird als erstes gestrichen, falls es finanzielle Engpässe in der Familie gibt.



Ferner haben viele Schulen Probleme bei der Anpassung an die neuen gesetzlichen Regelungen, denn die Regierung hat hierfür keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung gestellt. Die Schulen wissen sich nur zu helfen, in dem sie sog. Nebenkostengebühren bspw. für Strom und Wasser erheben. Diese Gebühren können von den ärmeren Familien nicht bezahlt werden. Diese und weitere benötigte Ausgaben für Schuluniform, Bücher, Busfahrkarten usw. hindern alleinerziehende Mütter daran, ihre Töchter in die Schule zu schicken.

Zielgruppe: Töchter von Frauen in der Armutsprostitution

Die Töchter der Frauen, die aus Armut in der Prostitution arbeiten, sind besonders gefährdet. Ohne Schulabschluss sind ihre Zukunftsperspektiven genauso schlecht wie die ihrer Mütter. Die Mädchen leiden darunter, dass sie nicht in die Schule dürfen, denn sie wissen was das für sie bedeutet. Hinzu kommt, dass die Mütter häufig überfordert sind und ihre Kinder vernachlässigen, denn die Frauen nehmen tagsüber Gelegenheitsjobs an und gehen nachts der Prostitution nach. Es kommt oft vor, dass die Freier sich auch an den Töchtern vergehen oder dass die Vermieter die Mädchen missbrauchen, während die Mütter nachts unterwegs sind. Manche Töchter fühlen sich sogar verpflichtet, selbst in der Prostitution zu arbeiten, damit ihre Geschwister genug zu essen bekommen.

Eine weitere Gefahr für diese Kinder sind Krankheiten wie HIV/AIDS und Tuberkulose. Viele Mütter sind bereits infiziert und wenn sie krank werden, ist es normalerweise Aufgabe der ältesten Tochter, sich um die Geschwister und die Pflege der Mutter zu kümmern. Selbst wenn das Mädchen bis dahin die Schule besuchen konnte, ist sie spätestens jetzt gezwungen, aufzuhören. Aus Unkenntnis kommt es häufig zu einer eigenen Ansteckung während der Pflege.

Das Projekt SOLGIDI

Im Jahr 2002 gründete SOLWODI Deutschland e.V. das SOLGIDI Projekt – Solidarität mit Mädchen in Not -, um diese Gruppe von Mädchen den Schulbesuch zu ermöglichen. Anfangs betreute die SOLGIDI-Leiterin, Agnes Mailu, 40 Mädchen, deren Mütter in der Armutsprostitution arbeiteten. Das katholische Jugendbüro der Erzdiözese von Mombasa stellte Frau Mailu ein Büro in seinem Zentrum mietfrei zur Verfügung. Heute sind es über 140 Mädchen, die von Frau Mailu zusammen mit der Sozialarbeiterin Sarah Omware, betreut werden. Unterstützt wird das Team vom Missionsbruder Frank TenHoopen der Mary Knoll Missionare, der das katholische Jugendbüro in Mombasa leitet.

Projektmaßnahmen und Aktivitäten:



Aufnahme ins Programm

Bevor Frau Mailu ein Mädchen ins Programm aufnimmt, besucht sie zunächst die Familie des Mädchens und macht sich ein Bild von ihrer Lebenssituation. Beim Hausbesuch kann sie feststellen, ob das Mädchen genügend zu essen bekommt, ob ihr Haus in den Slums ein sicheres Obdach bietet oder ob das Mädchen in einer baufälligen Hütte wohnt. Im Gespräch mit der Mutter oder, falls das Mädchen verwaist ist, mit der betreuenden Tante, Oma oder sonstigen Verwandten stellt Frau Mailu fest, mit welchen Problemen das Mädchen konfrontiert ist. So kann sie besser abschätzen, wie intensiv sie und ihre Mitarbeiterin sich um das Mädchen kümmern müssen.

Schulbesuch

Mombasa ist eine wachsende Großstadt mit ca. 800.000 Einwohnern. Sie hat sich längst über ihre 14 km2 große Insel ausgedehnt, vor allem entlang der nördlichen und südlichen Küstenabschnitte, aber auch westwärts ins Landesinnere. Mombasa besteht heute aus Mombasa Island und drei weiteren Regionen („Divisions"): Changamwe, Likoni und Kisauni. Frau Mailu muss schauen, welche Schule für welches Kind in Frage kommt, je nach dem, in welchem Elendsviertel es wohnt. Denn einerseits muss sie dafür sorgen, dass der Schulweg möglichst kurz bleibt, um die Kosten für die Busfahrkarten und die Gefahr von Überfällen auf dem Schulweg niedrig zu halten. Anderseits sind viele Schulen am Stadtrand oder in den Armutsvierteln in einem desolaten Zustand. SOLGIDI übernimmt, je nach Bedarf, die Kosten für die Schuluniform, die Busfahrkarten, Ausgaben für Bücher und Hefte sowie für die Schulgebühren und das Mittagsessen. Frau Mailu und ihre Mitarbeiterin besuchen die Schulen in regelmäßigen Abständen, um sich nach den SOLGIDI-Schülerinnen zu erkundigen. In Gesprächen mit den LehrerInnen und DirektorInnen machen sie auf die besondere Lebenssituation der Mädchen aufmerksam und bitten um Nachsicht, wenn die Mädchen hin und wieder übermüdet und unkonzentriert sind. Dies hängt oft damit zusammen, dass sie die kranke Oma vor und nach der Ganztagsschule pflegen, oder der Mutter abends am Markt helfen und sich um jüngere Geschwister kümmern müssen. Im Licht einer einzigen Petroleumlampe machen sie oft erst spät am Abend ihre Hausaufgaben.

Aufklärung und Ferienaktivitäten

Gemeinsam mit dem katholischen Jugendbüro organisiert SOLGIDI verschiedene Aktivitäten für die Mädchen während der Schulferien. Kurse und Seminare zu Themen wie Schwangerschaft und Sexualität, HIV/AIDS, gesunde Ernährung und Hygiene werden organisiert, denn die Mädchen bekommen nur wenig Information von ihren Müttern. Die Aktivitäten bestehen aber nicht nur aus Unterricht und Aufklärung. Die Mädchen verbringen den ganzen Tag bei SOLGIDI, bekommen Mittagessen, und haben die Gelegenheit zu tanzen, singen, spielen und Spaß zu haben. Für eine kurze Weile haben sie die Chance zu vergessen, dass ihr Leben überwiegend von Armut und Krankheit geprägt ist.



Einbeziehung der Mütter

Wenn möglich, bezieht SOLGIDI die Mütter bei den Aktivitäten mit ein. Der Kenntnisstand vieler Mütter über Themen wie HIV/AIDS und Verhütung ist oft nicht höher als der ihrer Kinder. Die Mütter finden es oft peinlich zugeben zu müssen, dass sie die Fragen der heranwachsenden Töchter nicht beantworten können und reagieren schroff und verärgert. SOLGIDI lädt die Mütter zu Seminaren und Workshops ein, damit sie und ihre Töchter sich mit den Themen später gemeinsam auseinandersetzen können. Einige Mütter werden als Seminarleiterinnen geschult, um später solche Veranstaltungen für weitere Mütter zu halten. Ein Mädchen hat Frau Mailu erzählt, dass sie sich viel besser mit ihrer Mutter versteht, seitdem diese an solchen Veranstaltungen teilnimmt. Die Gespräche sind offener und konstruktiver geworden. Ähnliche Rückmeldung hat Frau Mailu von vielen Müttern erhalten.


Lebensmittelausgabe

Vom Catholic Relief Service erhält SOLGIDI Nahrungsmittel (wie Mehl und Öl), zum Verteilen an die bedürftigsten Familien. Einmal im Monat kommen die Mütter zum SOLGIDI Büro, um ihre Lebensmittel abzuholen.

Vernetzung und Zusammenarbeit

Frau Mailu sorgt dafür, dass jedes Jahr einige SOLGIDI-Mädchen an Veranstaltungen wie „Tag des afrikanischen Kindes" und „Welt-AIDS-Tag" teilnehmen, um das Projekt bekannt zu machen. Sie arbeitet zusammen mit anderen Kinderhilfsorganisationen wie dem „Kenyan Alliance for Advancement of Childrens Rights", mit Kliniken und Krankenhäusern, damit sie im Notfall ermäßigte Medikamente und Behandlung für „ihre" Kinder bekommen kann.

Härtefälle

Immer wieder sind Agnes Mailu und Sarah Omware mit besonders schwierigen Fällen konfrontiert, die den eigentlichen Rahmen des SOLGIDI Projektes sprengen. Hier versuchen sie zusätzliche Gelder zu bekommen, um Mädchen in Not zu helfen. Wie bei Amina und Timeh. Die zwei Schwestern, 19 und 17 Jahre alt, haben ihre Eltern verloren. Die Älteste, Amina, wurde von ihrem Freund schwanger. Daraufhin hat er sie verlassen. Die Schwestern hausen jetzt in einer Hütte, die bald zusammenbrechen wird. Agnes hat die jüngere Schwester, Timé, ins Internat geschickt, damit sie ein Dach über dem Kopf hat. Die Mädchen brauchen ca. 3600 Euro, um ein einfaches aber stabiles Häuschen aufzubauen. Bevor sie starb, konnte die Mutter ein kleines Grundstück kaufen. Hier haben sie ihre Notunterkunft aufgebaut.

Chancen für besonders begabte Mädchen

Im Jahr 2005 haben 4 Mädchen Abitur gemacht. Zwei von ihnen, die besonders begabt sind, wollten studieren.

Ein Mädchen wollte Krankenschwester werden. Die Ausbildung dauert 3 ½ Jahre und kostet ca. 80.000 Kshs (ca.75 Euro pro Monat für 3 ½ Jahre).

Das andere wollte Jura studieren. Der Kurs an der Uni in Nairobi dauert 4 Jahre und kostet ca. 60.000 Kshs (ca. 50 Euro /Monat für 4 Jahre).

Die Mädchen hatten keine Möglichkeit, ihre Weiterbildung selbst zu finanzieren. Wir haben uns bemüht, Hilfe zu finden und konnten schließlich ein Ehepaar in Deutschland finden, das bereit ist, diese Kosten zu übernehmen.

In den kommenden Jahren werden wieder einige SOLGIDI-Mädchen die Schule erfolgreich absolvieren, für deren Weiterbildung Spendenmittel dringend notwendig sind.



Fallberichte

Mary wirkt sehr jung und unbeholfen, sagt aber sie sei 18. Als ihre Eltern im Jahr 2004 starben, bekam sie große Schwierigkeiten. Zwar konnte sie bei einer Tante unterkommen, diese war aber nicht in der Lage, ihr was zum Essen oder zum Leben zu geben, da sie bereits andere jüngere Waisenkinder aufgenommen hatte. Mary bekam Essen von Männern in der Nachbarschaft, musste dafür aber Gegenleistungen erbringen. Da die SOLGIDI Sozialarbeiterin, Sarah Omware, die Tante kannte und manchmal besuchte, fiel ihr irgendwann Mary auf. Das Mädchen war offensichtlich schwanger und sehr unglücklich. Mary wurde ins SOLGIDI Programm aufgenommen und bekam zunächst Beratung und seelische Unterstützung. Als ihr Kind auf die Welt kam, erkrankte es in den ersten Tagen an Masern und starb kurze Zeit später. Seit Januar 2006 geht Mary wieder zur Schule. Langsam geht es ihr besser und sie fängt an, wieder Freude am Leben zu haben. Die Lehrerin meint, die Schule gebe Mary wieder etwas Struktur in ihrem Leben und es gehe ihr von Tag zu Tag besser.

Carola und Susan sind auch SOLGIDI-Mädchen. Sie sind wie Mary Vollwaisen und leben ebenfalls bei einer Tante. Ihre Tante ist gezwungen, in der Armutsprostitution zu arbeiten. Nur so kann sie für ihre Kinder und weitere 4 Waisen, die bei ihr leben, sorgen. Damit die Kinder zur Schule gehen konnten, verkaufte sie alles im Haus, was sie besaß. Als sie nichts mehr hatte, ging sie zur SOLGIDI Leiterin, Agnes Mailu. Seitdem werden die Mädchen von SOLGIDI unterstützt.

Wenn Sie die Mädchen von SOLGIDI unterstützen möchten, spenden Sie auf folgendes Konto mit dem Kennwort "SOLGIDI".

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